Der Zombie als klassischer Tiki Drink

Wir haben einen eigene Kategorie „Forgotten Flavours“ für die ich mich persönlich sehr begeistere. Dennoch gibt es Drinks, die man einfach so mal etwas „vergisst“. Nicht, dass man sie nicht zubereiten würde, aber man schenkt ihnen teilweise zu wenig Aufmerksamkeit.
Eines dieser Problemkinder war für mich in den vergangenen Jahren der Zombie. Ein Drink, den man macht, mit dem man aber nicht 100%ig glücklich ist.
Klar: Zombie – stark, Rum, fruchtig… aber wie soll er wirklich schmecken?
Drei Umstände haben mich inspiriert, mich mit dem Drink wieder etwas näher auseinander zu setzen:
Als 16jähriger hatte ich meinen ersten Zombie – eine 10Jahre ältere Frau, mit der ich damals eine Liaison hatte, wollte mich damit abfüllen…. Und sie hatte es auch geschafft 
Ich erinnerte mich vor etwa zwei Jahren an diese Situation und bin deswegen in die Bar gegangen, die es interessanterweise heute immer noch gibt. Leider war mit schon beim Lesen der Zutaten in der Karte klar, dass dies unmöglich der Zombie vor fast 20 Jahren gewesen sein kann. Somit konnte ich auf diesem Weg nicht die perfekte Rezeptur des Zombie herausfinden. Der Drink damals war einfach perfekt: süffig, dennoch konnte man den Rum fein heraus schmecken. Und seine Wirkung zeigte er doch.
Dennoch – mit alltäglichen Arbeiten beschäftigt kam die Suche nach dem perfekten Zombie Rezept in Vergessenheit. Klar kann man unzählige Rezepturen online oder in Büchern finden. Doch welches ist das Richtige? Genau hier ist vor allem bei Drinks wie dem Zombie das Problem. Es gibt unzählige unterschiedliche Rezepte und da könnte ich genauso gut bei meinem bisherigen bleiben.
Dann las ich kürzlich einen Artikel über Tiki Drinks. Der Autor äußerte sich sehr ehrlich über derzeitige Bartrends und kritisierte den ein oder anderen Kollegen, welche z.B. gegen die Verwendung von Cocktailkirschen wären und nur noch perfekt durchgestylte Drinks eine Berechtigung an der Bar hätten, wobei doch beispielsweise auch Tiki Drinks (wie z.B. der Zombie) durchaus eine Berechtigung hätten, auch an einer modernen Bar nicht nur serviert, sondern auch zelebriert zu werden.
Der dritte und besonders ausschlaggebende Punkt war eine Gruppe Gäste, die in meiner Karte kritisch feststellten, dass sich in der Beschreibung der Drinks der fruchtigen Mai Tai (ich biete klassisch und fruchtig an) nur minimal vom Zombie unterscheiden würden.
Diese Situation ließ mich aufhorchen und es kam ein paar Tage später die Motivation, die Recherche zum Zombie ernsthaft aufzunehmen.
Der Zombie ist ein sehr starker Cocktail aus Rum und Fruchtsäften, der nach seiner Wirkung auf den ersten Konsumenten benannt wurde. Erstmals tauchte er in den 1930er-Jahren auf und wurde von Don Beach (eigentlich Ernest Raymond Beaumont-Gannt) erfunden, einem Unternehmer, der unter anderem das Restaurant Don the Beachcomber in Hollywood besaß. Angeblich mixte er ihn im Jahr 1934 eines Nachmittags für einen verkaterten Freund, der vor seinem Abflug nach San Francisco in diesem Restaurant vorbeischaute. Nachdem er drei Zombies zu sich genommen hatte, ging er wieder. Als er mehrere Tage später zurückkam, sagte er, er habe sich während des ganzen Flugs wie ein Untoter gefühlt, daher der Name Zombie.

Ich probierte einige Rezepturen aus und recherchierte sowohl im Internet als auch in einschlägiger Fachliteratur.
Mein größtes Interesse fand die Rezeptur der PDT Bar aus Ney York, die in ihrem Buch den Zombie Punch beschreibt. Ich stellte fest, dass die hierbei erwähnte Verwendung von Falernum (ein würziger Likör auf Rum Basis) dem Drink genau den Touch verleiht, der den Zombie besonders macht.
Falernum kann man kaufen, doch weitaus interessanter ist es, diesen Likör selbst herzustellen. Die Kombination aus Zitrusaromen, Gewürzen und einer leichten Schärfe ist einzigartig.
Unser Ansatz beinhaltet u.a. Bio Zitronenschalen, Vanille, Zimt, Nelken, Pfeffer, Ingwer, Anis, Kardamon und natürlich Rum. Er gibt unserer überarbeiteten Zombie Rezeptur den richtigen Kick.
Zurück zu dem mich inspirierenden Blog Artikel über Tiki Drinks:
Warum sollte der Zombie nicht auch heute so serviert werden, wie er es die letzten Jahrzehnte über auch getan wurde?
Sind wir zu hipp, um Zombie Zombie sein zu lassen?
Nein!!
Zombie heute, genau so wie in den 70er Jahren: Tiki Mug und natürlich Schirmchen. Und Deko…. alles was an den Becher Rand passt!
Journey präsentiert den Zombie 2015: schrill, stark, lecker….so wie es sich gehört.

Viel Spaß beim Genießen.
Euer Hubert
zombie1zombie1


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